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Die Geschichte der Faltkunst

Bereits im 14. Jahrhundert falteten Japanerinnen Tüten zur Aufbewahrung von medizinischem Pulver, Kräutern oder getrockneten Vorräten. Die Papierfaltkunst gehörte früher zur Erziehung einer jungen Dame und war auch ein Unterrichtsfach and japanischen Mädchenschulen. Bis heute werden zu Festtagen, wie zum Beispiel am 5. Mai zum Knabenfest, überall rote und schwarze Papierkarpfen an langen Bambusstangen befestigt und vor jedem Haus, in dem ein Junge wohnt, aufgestellt. Der Karpfen ist das japanische Symbol für Stärke und Kraft.

In Europa ist diese fernöstliche Kunst erst seit wenigen Jahrzehnten bekannt, doch hat ihre Verbreitung ein überraschendes Ausmaß angenommen. Es sind heute nicht nur Bastler und bildende Künstler die sich mit der Papierfaltkunst beschäftigen, sondern auch Ingenieure und Grafikdesigner, die Erkenntnisse aus Origamimodellen für technische Neuentwicklungen nutzen wollen. Professor Miura entwickelte im Raumfahrtinstitut in Sagamihara (Japan) eine geniale Faltmethode für Satellitensegel die mit Solarzellen ausgestattet sind. In der Origamiwelt ist dieses Faltprizip als „Mitra Map“ verbreitet und wird gern zur Faltung von Landkarten oder Plänen verwendet.

Mit Stolz möchte ich darauf hinweisen, dass der deutsche Pädagoge August Fröbel (1782 – 1852) die Zusammenhänge zwischen Origami und Geometrie erkannte. Wenn wir beginnen mit einem quadratischen Blatt Papier nach Origamiart zu falten, legen wir Ecke auf Ecke, Kante auf Kante usw. Dabei wenden wir mathematische Prinzipien an, nach denen Strecken, Winkel und Flächen in gleiche Teile geteilt werden. Fröbel schätzte Origami als Lehrmittel, durch das schon bei Kindern auf spielerische Weise das Interesse und Verständnis für Geometrie gefördert wurde.

Der große japanische Künstler Kunihiko Kasahara schrieb in einem Buch zur Frage: „Was ist Origami?“, das ihn diese Frage seit 20 Jahren beschäftigt und dass er eine Antwort auf diesen Sachverhalt noch nicht gefunden hat. Er sagt: „Origami ist ein traditionelles Faltspiel, in dem bildnerisch-ästetische, funktionelle und geometrisch-mathematische Prinzipien zusammenfließen. Origami eröffnet für Menschen jeden Alters oder Geschlechts interessante Möglichkeiten; weder Nationalität noch Sprache spielen dabei eine Rolle. Im Hinblick auf die Definition von Origami als „Spiel“ wurden mehrfach schon Gegenmeinungen laut. Viele Kenner meinen, dies verniedliche den Wert von Origami. Für ihn ist die spielerische Komponente aber wesentlich und bedeutet keinesfalls eine Herabsetzung. „Aus dem Spiel und einer spielerischen Grundhaltung entstehen Freude und Begeisterung. Ohne diese würde Kunst jede Wissenschaft innerlich ausdörren.“

Origami in Deutschland

Hier in Deutschland hat sich ein Mann um Origami verdient gemacht. Sein Name ist Paulo Malatinho. In Natal, Brasilien geboren, studierte er in Rio Grafik und Industriedesign. Seit 1985 lebt er in München. Er war Gründungsmitglied von „Origami Deutschland“ im Jahr 1989 und engagierte sich als Redakteur der Vereinszeitung „Der Falter“. Für sein Engagement zur Verbreitung des Origami erhielt er 1990 den Kultur-Förderpreis des Landkreis Freising.

Durch ihn und seine deutschsprachigen Bücher ist die Mitgliederzahl von „Origami Deutschland“ rasant gestiegen. Ich gehöre auch seit vielen Jahren dazu und habe auf unseren Jahrestreffen viele interessante Menschen kennengelernt. Wir treffen uns immer in einer anderen Stadt und haben Gäste aus der ganzen Welt, was bedeutet 8 bis 10 Nationen an einer Tagungsstätte. Drei Tage heißt es dann nur „falten, falten, falten“. Durch eine internationale Zeichensprache können wir uns auch ohne viele Worte verständigen. Es findet ein reger Austausch von Faltrichtungen und Techniken statt, wie zum Beispiel Knotologie oder Nassfalten, um nur einige zu nennen. Da unser Verein mittlerweile auf eine stattliche Zahl an Mitgliedern angewachsen ist, gibt es auch seit ein paar Jahren Regionaltreffen.

Tausend Kraniche: Hoffnungsträger für Gesundheit und ewiges Leben

Beenden möchte ich meine Ausführungen mit einer Geschichte, die mich veranlasst hat 1000 Kraniche zu falten. Diese sind auf dem Bild zum Artikel zu sehen.

Die Geschichte der japanischen Stadt Hiroshima ist für immer mit der ersten Atombombe verbunden. Die Bombe wurde am 6. August 1945 um 8.15 Uhr über der großen Stadt abgeworfen. Wenn man heute die Stadt besucht, kann man sich nicht vorstellen, wie schlimm die Verwüstungen waren. Im Friedenspark steht, neben vielen anderen Mahnmalen auch ein Denkmal für das Mädchen Sadako Sasaki. Sie war beim Abwurf der Bombe zwei Jahre als und überlebte.

Zehn Jahre später erkrankte sie aufgrund der erlittenen Strahlung an Leukämie. Im Krankenhaus faltete sie Kraniche -Zuru-, denn einer japanischen Legende nach lebt der Kranich tausend Jahre. In Japan heißt es „Ein kranker Mensch wird wieder gesund, wenn er tausend Kraniche faltet“. Sadako starb im Krankenhaus, als sie gerade 644 Kraniche gefaltet hatte. Ihre Freunde und Klassenkameraden falteten den Rest und die tausend Kraniche – Sembazuru- wurden Sadako mit ins Grab gelegt. Ein Denkmal wurde 1958 im Gedenken an alle durch die Bombe getöteten Kinder errichtet. Es zeigt Sadako, wie sie hoch über ihrem Kopf einen Kranich hält. Jeden Tag werden tausende von Kranichen aus aller Welt nach Hiroshima geschickt und dort unter dem Denkmal ausgebreitet. So wurde der gefaltete Kranich zum Symbol für Frieden und Hoffnung.

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